Verteidigungsindustrie in Indien: Marktüberblick, Zahlen und Investitionschancen
Indiens Verteidigungsmarkt ist einer der am schnellsten wachsenden weltweit und öffnet sich gezielt für europäische Partner. Lesen Sie, was das für Ihr Unternehmen bedeutet.
Kontakt aufnehmenMit einem Verteidigungsbudget von rund 93 Milliarden US-Dollar (Finanzjahr 2025) zählt Indien zu den bedeutendsten und am schnellsten wachsenden Verteidigungsmärkten der Welt.
Indiens Rüstungsindustrie deckt ein breites Spektrum an Marktsegmenten ab. Den größten Anteil halten Bodenfahrzeuge – bedingt durch die langen Landgrenzen, die Indien sichern muss. Zu den weiteren wichtigen Segmenten zählen Militärflugzeuge, Marineschiffe, Raketen und Raketenabwehrsysteme, U-Boote, Artillerie, Hubschrauber, taktische Kommunikationssysteme und Systeme für die elektronische Kriegsführung.
Anhaltende Territorialstreitigkeiten mit China und Pakistan halten die Verteidigungsausgaben konstant hoch und machen die Verteidigung zu einem strategisch wichtigen Wirtschaftszweig.

Indien ist derzeit der zweitgrößte Waffenimporteur der Welt und kam im Zeitraum 2020–2024 auf rund 8,3 % der weltweiten Waffenimporte. Diese Importe gehen allerdings zurück, weil die heimische Produktion zunimmt.
Um die Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern zu verringern, hat die Regierung mehrere Initiativen für die Verteidigungsindustrie aufgelegt – allen voran „Make in India“ und „Atmanirbhar Bharat“ (eigenständiges Indien). Dazu gehören verpflichtende Beschaffungslisten mit Hunderten von Verteidigungsgütern, die künftig im Inland produziert werden müssen. Das macht Indien zu einem zunehmend attraktiven Standort für die Verteidigungsproduktion.
Die indische Verteidigungsindustrie: Zahlen und Fakten
- Im Rahmen seiner Produktions- und Exportförderpolitik (DPEPP 2020) strebt Indien bis 2026 eine Verteidigungsproduktion im Gesamtwert von 21 Milliarden US-Dollar an.
- 25 % der F&E-Mittel des Verteidigungsministeriums fließen in die Entwicklung einheimischer Verteidigungstechnologien.
- Die Ausgaben der indischen Verteidigungsforschungsbehörde DRDO für Forschung und Entwicklung erreichten im Finanzjahr 2025/26 3,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 12,4 % gegenüber dem Vorjahr.
- Mit der Green Channel Status Policy (GCS) wurde die Beteiligung des Privatsektors an der Verteidigungsproduktion vereinfacht.
- Seit 2020 sind ausländische Direktinvestitionen in der indischen Verteidigungsindustrie bis zu 74 % über das automatische Verfahren und bis zu 100 % über das staatliche Genehmigungsverfahren möglich.
- Indiens Verteidigungsexporte erreichten im Finanzjahr 2024/25 mit 2,76 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert; bis 2029 peilt die Regierung 6 Milliarden US-Dollar an.
Mit dem Abschluss des EU-Indien-Freihandelsabkommens im Januar 2026 und einer wegweisenden Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft eröffnen sich für europäische Unternehmen neue Chancen in der indischen Verteidigungsindustrie. Die Partnerschaft etabliert ein eigenes Indien-EU-Verteidigungsindustrieforum – eine strukturierte Plattform für gemeinsame Entwicklung, Technologietransfer und Zusammenarbeit in der Lieferkette zwischen indischen und europäischen Unternehmen.
Niedrigere Zölle auf Komponenten, vereinfachte Ursprungsregeln und eine stärkere regulatorische Angleichung senken für europäische Hersteller die Produktionskosten in Indien. Gleichzeitig bietet die Verteidigungspartnerschaft einen formelleren und risikoärmeren Rahmen für den Markteintritt. Konkrete Vorteile dürften ab 2027 spürbar werden. Für europäische Unternehmen ist daher 2026 der richtige Zeitpunkt, ihre Indienstrategie zu überprüfen und neu auszurichten.
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Wachstumstreiber der indischen Verteidigungsindustrie
- Indien hatte 2024 mit 86,1 Milliarden US-Dollar die fünfthöchsten Verteidigungsausgaben weltweit. Bis 2029 will das Land jährlich Verteidigungsexporte von rund 6 Milliarden US-Dollar erzielen.
- Als wichtiger Verteidigungspartner der USA genießt Indien einen besonderen Status, der Zugang zu sensiblen militärischen und Dual-Use-Technologien eröffnet. Beim Rüstungshandel steht das Land damit auf einer Stufe mit den engsten Bündnispartnern der USA.
- Das Verteidigungsministerium will bis 2027 eine Selbstversorgung von 70 % bei Waffen erreichen – eine bedeutende Perspektive für die Akteure der Rüstungsindustrie.
- Die Verteidigungsexporte erreichten im Finanzjahr 2024/25 einen Rekord von 2,76 Milliarden US-Dollar, mehr als zehnmal so viel wie noch vor zehn Jahren. Indien exportiert mittlerweile Verteidigungsgüter in über 100 Länder.
Interessante Investitionsmöglichkeiten im indischen Verteidigungssektor
Europäische Rüstungsunternehmen können in Indien von folgenden Investitionsmöglichkeiten profitieren:
- Modernisierung der Streitkräfte
- Ausbau der Infrastruktur
- Rüstungsproduktion vor Ort: „Entworfen, entwickelt und hergestellt in Indien“ ist die neue Leitlinie der staatlichen Beschaffung.
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